
Fortschritt in der Forschung bei Gehörverlust
Mitarbeiter der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität von Tel Aviv haben einen biologischen Mechanismus entdeckt, der eines Tages zur Regeneration der Haarsinneszellen im Innenohr führen könnte. Dies würde Millionen von Menschen Hoffnung geben, die unter irreversiblem Gehörverlust leiden. Lange nahm man an, dass das beim Menschen unmöglich sei, da die Haarsinneszellen nicht auf natürliche Weise nachwachsen. Diese Zellen nehmen Töne wahr und wandeln sie in Signale für das Gehirn um. Die Studie lief unter der Federführung der Professorin Karen Abraham, die die Fakultät leitet, und der Doktorandin Lama Khalaily. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Science Advances. Das Team entdeckte eine seltene Untergruppe von unterstützenden Zellen im Innenohr, die unerwartetes regeneratives Potenzial haben. Es handle sich um eine „reversible Population“, die jeder Mensch hat, die aber bei manchen in größerem Ausmaß vorhanden ist. Es gibt Kommunikationsmechanismen, die hauptsächlich für die Entwicklung der Haarzellen verantwortlich sind. Die Forscher unterbanden einen davon, den sogenannten Notch-Weg, und regten diese Zellen an, sich in Haarsinneszellen zu verwandeln. Sie bildeten lebendiges Gewebe ab und analysierten Einzelzellen. So konnten sie nachvollziehen, wie die Zellen in einen Übergangsstatus wechselten und den Prozess der Regeneration begannen. Abrahams Labor hat bereits 57 der weltweit 224 bekannten Gene, die für Gehörverlust verantwortlich sind, identifiziert. Ihr zufolge beweisen die Ergebnisse das Prinzip, auch wenn das Forschungsgebiet noch am Anfang steht. Künftig könnte mit einer Injektion ins Innenohr therapiert werden. Allerdings räumte die Forscherin ein, dass die Regularien und die Kosten eine bedeutsame Hürde darstellten. Laut dem Team könnte ein besseres Verständnis über die Regeneration bestimmter Zellen die Tür für biologische Behandlungen öffnen, durch die der Hörsinn wiederhergestellt werden könnte, anstatt dass man lediglich den Verlust kompensiert. (Jerusalem Post, VFI News)
„Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden.“ – Jesaja 35,5