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ARMUT STEIGT IN ISRAEL

Zwar gab es in Israel im Jahr 2019 viel positives Wachstum, aber den Ende des Jahres veröffentlichten Zahlen zufolge lebten 2,3 Millionen Bürger, darunter 1 Million Kinder, unter der Armutsgrenze. Dazu kommt, dass die Kinderarmut von 27,1 auf 29,1 % stieg. Die Armut unter den älteren Menschen wuchs ebenfalls, nämlich von 17,2 auf 18,8 %. Laut dem Bericht leiden fast ein Fünftel aller Israelis, also über 1,6 Millionen, weil sie nicht wissen, ob sie für die nächsten Mahlzeiten genug Essen haben werden. Das sind 2 % mehr als im Vorjahr. Die Verfasser der Studie befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Sie werfen der Regierung vor, eine Politik zu betreiben, durch die ein Viertel der israelischen Erwachsenen und ein Drittel der Kinder außer Acht gelassen werden. Vered Windman, die Chefin des Israelischen Nationalsrates für Kinder, erklärte, die Wirtschaftsund Sozialpolitik der Regierung hätte versagt. Dies komme daher, dass es 2019 wegen der wiederholten Wahlen keine funktionierende Regierung gab. „Wir brauchen eine dramatische Veränderung in der sozio-ökonomischen Politik Israels, denn aktuell bedeutet sie, dass ein Drittel aller Kinder gesundheitlich, schulisch und sozial leiden, was sich auf ihre Menschenwürde auswirkt.“ Windman warnte weiter, die Einkommensunterschiede würden in der Zukunft weitreichende soziale Konsequenzen haben. Laut den jüngsten Zahlen liegt Israel unter den OECD-Staaten auf Platz 2, schlimmer ist es nur in der Türkei, die Platz 1 belegt. Für Israel liegt die Armutsgrenze für Alleinstehende bei einem Monatseinkommen von rund 930 Euro, für Paare bei 1.490 Euro. Die Krise ist aufgrund der extrem hohen Lebenshaltungskosten in Israel im Vergleich zu anderen Industrieländern noch viel schlimmer einzuschätzen. (VFI News)